OVGU Biodiversity Lab: Natur und Mensch zusammen auf dem Campus
Dieses Projekt konzentriert sich auf die Förderung der Biodiversität auf dem Campus der OVGU.

Das OVGU Biodiversity Lab auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verbindet Natur, Wissenschaft und Praxis. Direkt vor dem EU GREEN Pavillon wird eine artenarme Rasenfläche nach und nach zu einem bunten Naturort, der BesucherInnen zum Verweilen, zum Staunen sowie zum Lernen und Handeln einlädt.
Naturschutz mit Verstand und Hand
Ziel des EU GREEN-Projekts Insectopia ist es auf den Flächen der neun Partnerhochschulen Eutopien (griechisch: „gute Orte“) für Insekten zu schaffen. Das interdisziplinäre Team O-Bee-GU (Staying Alive), bestehend aus Stefan Weidner (Diplom-Wirtschaftsinformatiker), Anna von Busse (M.A. Peace and Conflict Studies) und Ian Averkamp (M.Sc. International Management) reichte den Projektantrag ein. Sie verbindet die Überzeugung, dass Biodiversität keine Nebensache ist, sondern ein Grundpfeilernachhaltigen Lebens.
Aus persönlichen Erfahrungen, etwa der Umgestaltung des privaten Grundstücks in einen Naturgarten, und aus dem Wunsch nach mehr Grünflächen und lebendigen Rückzugsorten auf dem Campus entstand die Idee, dieses Biodiversity Living Lab zu schaffen: einen offene Lern- und Begegnungsort, der Artenvielfalt fördert und den Wert intakter Natur demonstriert.
Nährboden für gemeinsame Lösungen
„Viele denken, wenn sie das Wort Insektensterben hören, automatisch an die nicht einheimische Honigbiene. Diese ist durch die fürsorgliche Arbeit der Imker jedoch gar nicht vom Aussterben bedroht. Für viele unbekannt gibt es daneben tausende Wildbienenarten, die etwa die Hälfte der Blütenbestäubung übernehmen. Von den in Deutschland vorkommenden 600 Wildbienenarten ist etwa die Hälfte vom Aussterben bedroht oder starkgefährdet“, klärt Stefan auf. Gemeinsam mit dem Unigarten MagdeGrün, der Wildbienen-Allianz Magdeburg und der Naturschutzjugend Sachsen-Anhalt konzipieren die drei Initiatoren Naturmodule für verschiedenste Lebensräume.
Das Projekt setzt konsequent auf natürliche und recycelte Materialien: Nährstoffärmerer Boden mit Sand, Kies und Kalkstein fördert heimische Pflanzen; Niströhren aus Schilf oder Holunderstängeln schaffen passende Brutplätze für Wildbienen. Viele Pflanzen werden von Bürgerinnen und Bürgern aus ihren Gärten gespendet, ein weiteres Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadtgesellschaft.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen
Seit Sommer 2025 arbeitet das EU GREEN-Team der OVGU gemeinsam mit interessierten Magdeburgern an der Umsetzung von Naturmodulen. Stefan ist Teamleiter und freut sich, dass so bereits zwei Module für nährstoffreichen Boden, eine sogenannte Fettwiese, sowie für mineralisches Substrat, ein Magerbeet, entstanden sind und neben Insekten auch Nahrung und Orte zum Nisten für Reptilien, Vögel und Kleinsäugetieren bieten.
Mit dem OVGU Biodiversity Lab entsteht ein Vorzeigeprojekt, das den Campus grüner, lebendiger und attraktiver macht, für Studierende, Mitarbeitende und Besucher*innen gleichermaßen. Es bietet Erholungsräume, stärkt die Identifikation mit dem Campus und sensibilisiert zugleich für eine der drängendsten Themen unserer Zeit: den Schutz der Biodiversität.
Für eine nachhaltige Zukunft
Auch in 2026 soll den Magdeburgern aktiv in Workshops oder passiv durch einen kostenlosen Besuch des OVGU Biodiversity Lab veranschaulicht werden, wie einfach sie einen Teil ihres Gartens zu einem pflegeleichten Naturbeobachtungsort machen und so persönlich gegen das Insektensterben wirken können. Im Frühjahr sollen ein Sandarium für in der Erde nistende Wildbienen sowie ein sogenannter Käferkeller angelegt werden und zum Nachbau zu Hause anregen.
„Die Gesamtfläche aller Gärten in Deutschland entspricht ungefähr der Ausdehnung der deutschen Naturschutzgebiete. Würde nur ein Teil davon umgestaltet werden, könnte dadurch die Biodiversität nachhaltig gefördert werden“, erklärt Stefan. Da viele Wildbienen nur einen Bewegungsradius von wenigen hundert Metern haben, begünstigt die Vielzahl solcher menschlich angelegten ‚Trittstein-Biotope‘ die Verbreitung und Stärkung heimischer Insektenpopulationen.
Langfristig soll das Projekt nicht nur die Lebensbedingungen für Insekten und andere Tierarten verbessern, sondern auch einen Beitrag leisten, den Campus zu einem nachhaltigen, inklusiven und offenen Lernort zu entwickeln. Es steht exemplarisch dafür, wie die EU GREEN Allianz Bildung, Forschung, Engagement und gelebte Nachhaltigkeit miteinanderverbindet.


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